Kein Abiturzwang für Gesundheits- und Pflegeberufe - Zehnjährige allgemeine Schulbildung beibehalten

Dagmar Neukirch (MdL, SPD)
03.04.2012 20:00
Kategorie: Pflege, Pressemitteilung

Dagmar Neukirch (MdL, SPD)

Dagmar Neukirch, sozialpolitische Sprecherin der SPD Landtagsfraktion, zum Antrag von CDU und FDP zum Thema: "Kein Abiturzwang für Gesundheits- und Pflegeberufe - Zehnjährige allgemeine Schulbildung beibehalten." In der heutigen Debatte zum Thema Abiturzwang für Gesundheits- und Pflegeberufe sprach die SPD Sozialexpertin, Dagmar Neukirch, von einem Ablenkungsmanöver der Regierungskoalition.

Neukirch: "Ich begrüße es durchaus, dass sich die Koalitionsfraktionen dem Thema Pflegeberufe zuwendet. Nur hätte ich mir gewünscht, dass der Antrag wenigstens ansatzweise auch etwas mit dem eigenen Verantwortungsbereich hier in Sachsen zu tun hätte. Im vergangenen groß angekündigten Jahr der Pflege wurde von Seiten der Staatsregierung und der Koalitionsfraktionen nichts aber auch gar nichts vorgelegt, was uns Anlass geben könnte, an das plötzliche Interesse am Pflegebereich glauben zu können."

Natürlich ist es angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels unsinnig, ein Abitur für alle Pflegeberufe vorzuschreiben und damit einen Verlust von potentiellen Bewerbern in Kauf zu nehmen. Zudem gibt es viele Gründe, um hier selbstbewusst darauf aufmerksam zu machen, dass die Fachkraftausbildung in den gesundheits- und Pflegeberufen in Deutschland der in anderen EU-Staaten gleichwertig ist.

Ein einfaches Nein zu dem EU-Vorschlag wird uns nicht weiterbringen. Dringend muss im weiteren Verfahren sichergestellt werden, dass die deutschen Ausbildungsgänge auch weiterhin europaweit als gleichwertig anerkannt werden.

Deutschland darf durch die Ablehnung keine Abwertung der Pflegeabschlüsse riskieren. Genau dazu haben wir einen Änderungsantrag formuliert.

Neukirch abschließend: "Aus der längst überfälligen Diskussion um die Pflegeausbildung müssen weitere Konsequenzen gezogen werden. Wir brauchen in Deutschland eine Neuorganisation der Pflegeausbildung. Neue Perspektiven für die Pflegeberufe müssen dringend geschaffen werden. Denn gerade angesichts der demografischen Entwicklung und des steigenden Fachkräftebedarfs benötigen wir Maßnahmen zur Stärkung des Berufsfelds. Die Perspektiven für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege müssen verbessert werden, in dem die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Berufsfeldern der Kranken,- Kinderkranken - und Altenpflege hergestellt wird und Aufstiegs- und Weiterentwicklungsperspektiven im Beruf eröffnet werden.