Kinder mit Diabetes besser unterstützen

Dagmar Neukirch (SPD)
01.03.2017 18:00
Kategorie: Gesundheit

Dagmar Neukirch (MdL, SPD)

"Ziel muss es sein, die Erkrankungen wie auch deren Auswirkungen zu minimieren" und "Vorurteile und Ängste an Schulen abbauen":  Heute (Dresden, 27. Februar 2017) fand im Gesundheitsausschuss des Landtages eine Expertenanhörung zum Thema "Schülerinnen und Schüler mit Diabetes" statt. Grundlage dafür war ein gleichlautender Antrag der Koalitionsfraktion (Drucksache 6/7139).

Dazu sagt Oliver Wehner, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: "Die Anhörung hat deutlich gemacht, dass die Entwicklungszahlen bei Diabetes - insbesondere bei Kindern und Jugendlichen - ansteigen. Es muss das Ziel sein, die Erkrankungen wie auch deren Auswirkungen zu minimieren. Fehlende Bewegung wie aber auch falsche Ernährung als Hauptursachen sollten stärker in den Fokus gerückt werden. Mit dem Präventionsgesetz werden dafür gute Möglichkeiten geschaffen, gleichwohl ist an dieser Stelle auch wieder an die Verantwortung der Eltern zu appellieren."

"Eine Diabetes-Erkrankung ist für Schülerinnen und Schüler eine besondere Belastung. Die Schulwahl ist eingeschränkt, Unwissenheit und Berührungsängste führen zu Mobbing und Benachteiligungen. Wir möchten Kinder mit Diabetes besser unterstützen", umreißt die Gesundheitsexpertin der SPD-Fraktion, Dagmar Neukirch, die Gründe für den Koalitionsantrag. "Es geht uns darum, Ängste und Vorurteile abzubauen. Wie das geschehen kann, zeigt das ehrenamtliche Engagement der 'Diabetes-Nannies' der Dianino-Stiftung. Sie schulen, neben Lehrerinnen und Lehrern, auch das Umfeld der Kinder. Sie sensibilisieren, klären auf, schaffen Wissen, erklären biologische Zusammenhänge, geben Hilfestellungen für Notfallsituationen und bauen so Ängste und Ablehnung ab."

Die Anhörung hat gezeigt, dass im Umgang mit Diabetes, aber auch in der Früherkennung von Typ I und der Prävention von Typ II, noch Aufgaben zu bewältigen sind. Es wurde deutlich, dass Weiterbildungen an Schulen zu deutlich mehr Bereitschaft führten, Kinder mit Diabetes aufzunehmen.

Dagmar Neukirch abschließend: "Was Diabetes Typ II angeht, braucht es starke präventive Ansätze schon in jungen Jahren. Hier sehen wir vor allem das neue Präventionsgesetz, das alle Akteure der Präventionsarbeit zusammenholen soll, als eine Chance. Die müssen wir für eine deutliche Verbesserung nutzen."

Hintergrund:

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, welche in jedem Alter auftreten kann. Dabei unterscheidet man zwischen Typ 1- und Typ-2-Diabetes. Typ 1 tritt meist schon im Kindesalter auf, ist noch nicht heilbar und kann ohne Behandlung sogar zum Tod führen. Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr, weshalb sie sich meist mehrmals täglich selbst Insulin spritzen müssen.

Typ-2-Diabetes tritt meist bei älteren Personen auf, jedoch längst nicht mehr nur bei ihnen. Die Zahlen von jüngeren Menschen, besonders unter 20, sind in den vergangen Jahren deutlich gestiegen. Diese Form der Diabetes lässt sich aber durch Veränderung der Lebensweise verhindern oder hinauszögern und muss auch nicht zwingend mit Insulin-Spritzen behandelt werden.

Kinder mit Diabetes Typ I werden auch in Sachsen von Schulen abgewiesen oder können nicht an Klassenausflügen teilnehmen.